Reden ohne Anklage,

wie Ich-Botschaften wirken

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Es braucht etwas Übung, eingefahrene Kommunikationsmuster zu verändern. Doch schon kleine sprachliche Anpassungen können einen großen Unterschied machen.

Statt zu sagen:
„Du hörst nie zu.“

Kannst du formulieren:
„Ich habe gerade das Gefühl, nicht richtig gehört zu werden.“

Statt:
„Du interessierst dich überhaupt nicht für mich.“

Lieber:
„Ich wünsche mir mehr gemeinsame Zeit mit dir, wie ist es bei dir?“

Diese Art der Kommunikation sorgt dafür, dass urteils- und vorwurfsfrei miteinander gesprochen wird.

Ich unterstelle nicht, bin mir jedoch unsicher und frage nach. Somit kann einem möglichen Konflikt / Streit aus dem Weg gegenangen werden.

Was geschieht, sobald ich meine Aussage, meine Einstellung, Haltung, meine Gefühlswelt in der Ich-Botschaft mitteile?

Ein einfaches Beispiel:

„Ich muss morgen zum Zahnarzt, mir graut davor.“

„Ach, Zahnarzt, das ist doch nicht so schlimm.“

Auf diese Aussage könnte ich mich jetzt sehr lange wie folgt erklären:

„Doch, das ist richtig schlimm! Ich benötige eine neue Füllung und das tut richtig weh. Ohne Betäubung geht bei mir gar nichts, und Spritzen sind überhaupt nicht so meins.“

Damit biete ich eine große Plattform zum Kontern:

„Du stellst dich aber auch an. So`ne Spritze ist doch nicht so schlimm, ein kleiner Piks und zack, merkst du nichts mehr, außerdem dauert das ja auch nicht so lange.“

Die nächste Rechtfertigung und der Erklärungsversuch können folgen.

So schraubt sich diese Gespräch spiralförmig immer weiter nach oben, und oben angekommen, weiß bald keiner mehr, was das Basis-Thema war.

Was ändert diese Aussage:

„Für mich ist es schlimm, schön, wenn es für dich anders ist.“

Niemand kann dir dein eigenes Empfinden absprechen.

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